Zwischen Erfurt und Herford

20 11 2008

Mit einigen Tagen Verspätung schaffe ich es jetzt auch endlich, meinen Bericht von der BDK in der wirklich schönen Stadt Erfurt zu schreiben.

Es war meine erste BDK als Delegierter und meine zweite überhaupt. Vielleicht war ich deshalb auch etwas irritiert, dass in dem Raum, in dem es etwas zu essen gab auch so eine Art Messe war, auf der ziemlich unterschiedliche Aussteller ihre Ware feilboten. 

Besonders irritierend fanden einige Teilnehmer, dass da ausgerechnet Bayer vertreten war obwohl doch gerade Grüne gegen deren CO-Pipeline Sturm laufen. Man könnte sich sicherlich auch fragen, was ausgerechnet der BDI da macht. Allerdings muss man schon davon ausgehen, dass die BesucherInnen der BDK so clever sind, dass sie das richtig einordnen können und nicht in ihrer Meinung beeinflusst werden. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch Aussteller gab, mit denen Grüne ganz gut leben können. Ich erwähne hier nur einmal Biocotton.

Interessanterweise kann ich mich nicht erinnern, dass es in Göttingen auch Aussteller gab. Möglicherweise war die Sonder-BDK ja auch zu politisch für so etwas.

Zumindest in der Aussenwahrnehmung war es die in Erfurt nun wirklich nicht. Die häufigste Frage, die ich nach der BDK von Verwandten gestellt bekommen habe war, ob ich denn auch einen Ball gefangen habe. Diese BDK war in den Augen der Öffentlichkeit zuerst einmal eine Personalshow. Am Samstag ging es um Cem, was ja auch vollkommen OK ist. So ein Wechsel in der Parteispitze erregt natürlich Aufmerksamkeit. Allerdings gab es durchaus Anträge, die etwas mehr Öffentlichkeit verdient hätten. Dennis, der das Wochenende offensichtlich unermüdlich vor dem Computer sass, hat schon ausführlich darüber geschrieben. Eigentlich habe ich dem nichts hinzuzufügen. Ausser dass auch bei uns im Saal die Art, wie diese Anträge praktisch niedergebombt wurden für sehr viel Unmut gesorgt hat.

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Mein erster BDK-Antrag

20 10 2008

Ich gehe ja davon aus, dass ich nach meiner Wahl zum hauptamtlichen Bundesdelegierten am nächsten grünen Parteitag teilnehmen werde.

Endgültig entscheiden wird sich das heute Abend, weil da noch einmal fristgerecht die Delegierten für die Wahl der Wahllisten der Bundes- und Europawahl gewählt werden. Aber ich gehe mal davon aus, dass ich da bestätigt werde.

Das wäre auch besser so, weil ich jetzt einen eigenen Antrag gestellt habe und dem natürlich auch gerne als Delegierter zustimmen möchte. :-)

Mir geht es dabei um ein Thema, das vielen entweder nicht bewusst oder eher weniger wichtig ist. Trotzdem stellt es eine massive Form von Diskriminierung dar.

Ich rede vom Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blut- Plasma- und Knochenmarkspende.

Auf das Thema bin ich durch ein persönliches Erlebnis gekommen:

Vor einigen Monaten fand in Enger eine Typisierungsaktion für eine schwer kranke Frau statt, an der ich nicht teilnehmen konnte, weil die Bundesärztekammer der Ansicht ist, dass mein Blut eine grössere Gefahr für diese Frau darstellt als der Krebs in ihrem. Ich habe das nicht nur als demütigen sondern auch objektiv falsch empfunden.

Mit diesem Antrag versuche ich, das Thema ins Gespräch zu bringen und vor allem die Grünen zur ersten Partei zu machen, die es aufgreift.

Der Antragstext lautet:

 

 

Antrag: Gegen den generellen Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blut- Plasma- und Knochenmarkspende

Die Bundesdelegiertenkonferenz möge folgendes beschliessen:

Der generelle Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Spende von Blut und Knochenmark ist diskriminierend und wird von uns nicht akzeptiert.

Auch uns ist der Schutz der EmpfängerInnen dieser Spenden vor ansteckenden Krankheiten sehr wichtig, weshalb wir ausdrücklich nicht die grundsätzliche Benennung und den Ausschluss von Risikogruppen in Frage stellen.

Allerdings spielt bei dem Risiko, einen sexuell übertragbaren Virus in sich zu tragen ausschliesslich das konkrete Sexualverhalten eine Rolle.

Ein monogam lebender homosexueller Mann lebt in keiner grösseren Gefahr, sich mit HIV oder Hepatitis anzustecken als ein/e monogame/r Heterosexuelle/r.

Gerade vor dem Hintergrund des allgemeinen Gleichstellungsgesetzes darf die Unterstellung, dass Homosexuelle generell einen „Krankheiten fördernden Lebensstil“ haben und eine „Gefahr“ darstellen nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Wir fordern die Ärztekammer dazu auf, eine Regelung zu treffen, die dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der EmpfängerInnen genügt, ohne einen Teil unserer Bevölkerung unter einen nicht gerechtfertigten Generalverdacht zu stellen.

Zudem soll seitens unserer Bundestagsfraktion die Möglichkeit geprüft werden, das Diskriminierungsverbot auf diesen Sachverhalt auszuweiten.

Begründung:

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