Die warmen Arme der Reaktion

22 06 2008

Es gibt ja diese drolligen Vorurteile, die man gelegentlich immer noch über Schwule hört. Und das vor allem von Frauen. “ Schwule sind ja so toll und warmherzig, verständnisvoll, sauber, kultiviert, kreativ und so offen anderen gegenüber. Schade, dass Heteros nicht so sein können.“ 

Mit dieser positiven Homophobie, die Schwule immer so ein wenig die Rolle der harmlosen Schoßschwuchtel drängt, verdrängt man allerdings die Tatsache, dass Schwule alles sein können. Schwule können nett, gemein, liebenswert, feurig, mitfühlend, ignorant, treu, hinterhältig, verlässlich, schlampig, niedlich, beschissen… Es gibt auch für uns keine Grenzen.

In letzter Zeit musste man leider feststellen, dass Schwule auch etwas total hässliches sein können: Speerspitze einer reaktionären Islamfeindlichkeit.

Ein besonders interessantes Exemplar dieser Gattung ist ein gewisser Blogger namens Gay West, der bis vor kurzem noch ein Zitat des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn in seinem Header stehen hatte. Das Thema Islam, oder vielmehr das nahezu unkontrollierbare Gewaltpotential aller Moslems, durchzieht sein Blog wirklich wie ein roter Faden.

Damit steht er nahezu exemplarisch für eine Entwicklung in der schwulen „Gemeinschaft“, die eigentlich nur die konsequente Folge der zunehmenden Akzeptanz homosexueller Menschen in der Gesellschaft ist. So ist es für einen Schwulen heute einfacher, offen in einem bürgerlich, konservativen Umfeld zu leben, wodurch das Bild von der politischen Ausrichtung „der“ Schwulen stark bereinigt wird.

Wenn man früher davon ausgehen musste, dass Schwule, die ihr Leben nicht als Klemmschwestern fristen wollten, sich nahezu zwangsweise in eine links-emanzipatorische Agenda einfügen mussten, können sie sich heute zu ihrer Bürgerlichkeit bekennen und politisch entsprechend handeln. Bei vielen Schwulen hat man gar den Eindruck, dass sie sich mittlerweile zur Elite des Bürgertums zählen und sich in dem Recht glauben, die „Unterschicht“  mit noch mehr Verachtung und Häme überschütten zu dürfen, als ihre heterosexuellen KameradInnen. So schreibt Gay West:

In Wahrheit gibt es natürlich keine schwulen Hauptschüler.Hauptschüler sind hässlich, dumm und potenzielle Hartz-IV-Bezieher. Welcher Schwule würde sich auf so ein Leben einlassen? Schwule sind, wie jeder weiß, extrem gut aussehend, überdurchschnittlich intelligent und verfügen über ein weit über der Masse liegendes Einkommen. 

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„Konservativ sein heißt nicht, die Asche zu behüten, sondern die Flamme zu bewahren.“

28 05 2008

Und offensichtlich heisst konservativ sein, dass man seine Mitgliedsanträge mit Fotos versieht, die von sich selbst hassenden und zu Triebaufschub neigenden Schwuletten, mit einem Hang zum Masochismus als Wichsvorlage verwendet werden könnten.

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