Grüne Jugend für einen politischen CSD

27 06 2008

Die grüne Jugend hat eine sehr erfrischende Erklärung veröffentlicht, in der sie sich vor allem kritisch mit der Entwicklung der CSDs und der Schwulenbewegung im ganzen auseinandersetzt. CSDs sind in den letzten 15 Jahren ja zu so etwas wie kleine Love Parades verkommen, bei denen das Politische höchstens noch am Rand auftaucht.

Sie unterstützen darin vor allem den Transgenialen CSD, der morgen -leider ohne mich- in Kreuzberg startet, sich nicht zuletzt im diesjährigen Motto gegen die Kommerzialisierung des schwul-lesbischen Protestes einsetzt und sich schon in den letzten Jahren als geeignete Plattform schwuler Selbstkritik bewährt hat.

Kritik an der Entwicklung der schwul-lesbischen Szene kommt auch von der grünen Jugend, die eine deutliche Zunahme konservativer oder noch schlimmerer Tendenzen unter den Schwulen und Lesben wahrnimmt. Das ist etwas, was mein derzeitiger Lieblingsgegner Gay West natürlich nicht umkommentiert lassen kann. Nur scheint der gute Mann nicht zu wissen, wo er seine Kritik ansetzen könnte. So betreibt er mit der absurden Frage, ob die Grünen wieder(!) Sex mit Kindern unterstützen eine traurige Selbstdemontage. Auf diese Frage kommt er, weil die grüne Jugend Solidarität mit allen Minderheiten gefordert hat, ohne Pädophile und Neonazis konkret dabei auszunehmen.

Da Herr West ganz offensichtlich von der abwegigen Annahme geleitet wird, dass von ihm erwartet wird links zu sein, möchte ich mich ihm an dieser Stelle mal persönlich zuwenden.

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Selten aber manchmal.

14 06 2008

Da Musik in meinem Blog ja grad ein Schwerpunktthema ist, lasse ich es mir nicht nehmen, die sehr geschätzte Kleingeldprinzessin zu präsentieren:

*schluchz*

Normalerweise bin ich ja nicht der romantische Typ (Brokeback Mountain hab ich bis heute nicht gesehen) allerdings fällt es mir schwer, mich dieser Poesie zu entziehen.





Mein 1. Mai

13 05 2008

Nach meinem Ausflug in die Niederungen des Bundestages hab ich noch den 1. Mai in Kreuzberg mitgenommen.

Diesmal bin ich sogar in die Krawalle geraten. passiert ist mir nichts, allerdings hatte ich am Abend Schüttelfrost. Meine Grippe nahm ihre Arbeit also am Tag der Arbeit auf. :-)

Ansonsten kann ich das Mariannenfest der Grünen und der PDL nur empfehlen. Ist echt immer wieder schön.





Brigitte war gestern. Hier kommt die Sarrazin-Diät!

10 02 2008

Das sozialdemokratische Urgestein Thilo Sarrazin hat nun mit kreativen Menüvorschlägen für HartzIV-Empfänger von sich reden gemacht.
Der Berliner Finanzsenator widerspricht hier der Behauptung, daß man sich vom normalen HartzIV-Satz nicht vollwertig ernähren kann.

Zur Untermauerung seiner These präsentiert der überzeugte Lebensfreudeverweigerer einen ausgeklügelten Armenspeiseplan, in dem er den zur kulinarischen Gier neigenden HartzIV-Empfängern bis aufs Gramm genau vorrechnet, wie sie sich mit ihrem knappen Budget vollwertig ernähren können.

infografik_hartz_iv_505700a.jpg

Natürlich geht diese Rechnung nur auf, wenn der HartzIV-Empfänger auf Alkohol verzichtet, betont diese politische Spitzenkraft.
Offensichtlich glaubt Herr Sarrazin, daß alle HartzIV-Empfänger, die mit ihrem Geld nicht zu Rande kommen auf jeden Fall saufen.

Wenn ich mir diese Liste ansehe, muß man nicht saufen, um mit seinem Geld nicht auszukommen.
Man muß nur versuchen, mal satt zu werden.
Vielleicht bin ich ja zu verfressen, allerdings kommen mir die Mengen doch sehr klein vor.

Mal ganz abgesehen davon ist es grundsätzlich eine Unverschämtheit, wenn sich eine solche Person anmaßt, Menschen belehren zu wollen, mit deren Lebenswirklichkeit er nun überhaupt nichts zu tun hat.
Zudem legt sein üblicher verächtliche Unterton nah, daß ihm auch die nötige Empathie fehlt, sich in die Situation anderer hereinzuversetzen.
Für solche Fälle habe ich einen ganz guten Rat: Fresse halten!

Zumal dieser Senator schon zu einer Blamage für seine Regierung geworden ist und wütende Radiomoderatoren offene Briefe an seine Cheffin schreiben.