Thüringen ergrünt

25 07 2009

Am 30.8. finden ja nicht nur in den NRW-Kommunen Wahlen statt. In Sachsen, im Saarland und in Thüringen werden die Landtage neu gewählt. Letztere ist einer meiner liebsten Landesverbände. Ich habe in den letzten Jahren viele Thüringer Grüne kennen und schätzen gelernt. Zu denen zählt auch die Landes-Sprecherin und Spitzenkandidatin Astrid Rothe-Beinlich, die einfach in den nächsten Landtag gehört. (Ich drücke die Daumen)

Besonders gut ist die Wahlkampfhomepage der ThüringerInnen gelungen. Der ist optisch ansprechend innovativ und nicht überfrachtet.

thueringen





Gedicht zur Europawahl

6 06 2009

Es gibt ja heute alle mögliche neue Wege, Wahlkampf zu führen. Manche neue sind eigentlich sehr alte. Nämlich „Mund-Propaganda“ Eben gerade habe ich z.B. eine Email an Leute geschickt, bei denen ich davon ausgehe, dass sie unter Umständen die Grünen wählen könnten:

„Meine lieben,

morgen findet die Europawahl statt und ich gehe mal davon aus, dass die Mehrheit von Euch sein/ihr Kreuz bei den Grünen machen wird.
Ich weiss allerdings auch, dass einige von Euch mit sich hadern und nicht wissen, ob sie heute überhaupt noch grün wählen können.
Deshalb möchte ich Euch das Gedicht eines Mannes ans Herz legen, bei dem das Fass nach der schwarz-grünen Koalition in Hamburg übergelaufen ist und der heute eine Grundfeste seiner neuen Partei (ÖDP) und der deutschen Schüttelreimszene ist.
Dieser Paul Celan der Parteienverdrossenheit trägt hier mit einer Intensität, die einen Will Quatpflieg blass erscheinen lässt sein neuestes Werk vor, in dem er den Untergang der Grünen beschwört:

Ich möchte Euch bitten, morgen trotz oder sogar wegen dieses Werkes die Grünen zu wählen.
Denn eins macht uns der Meister-vielleicht unbeabsichtigt-klar.
Die Grünen bewirken auch da wo sie Fehler machen oder sogar scheitern gutes.
Und wenn es nur die Inspiration für Poesie, Schönheit und Kunst ist.
WUMS

Liebe Grüsse

Maik“

Natürlich ist diese Email auch ein Mittel zur Befriedigung meines persönlichen Sarkasmusbedürfnisses. Es gibt auch für Leute, die gegen die Agenda 2010, Militäreinsätze und schwarz-grüne Koalitionen sind gute Grüne, gerade heute grün zu wählen.

Für mich ist die Tatsache, dass wir ein sehr gutes Programm und Leute haben, die das auch glaubwürdig vertreten können schon Grund genug. Allerdings haben wir auch die Gelegenheit, die CSU aus einem Parlament rauszuwumsen und ein Zeichen für ein ökologisches und soziales Europa zu setzen.

Also. Trotz Regen wählen gehen und Bündnis 90/Die Grünen ankreuzen!





Auch die linken müssen winken.

27 11 2008

Es ist doch sehr erfreulich zu sehen, dass die VertreterInnen des linken Lagers mal langsam dazugelernt haben, wenn darum geht, sich und seine Positionen „unters Volk“ zu bringen. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist das neue Promovideo von Robert Zion, der hoffentlich am Nikolaustag auf einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste für die Bundestagswahl gewählt wird.

Ich drücke ihm ganz fest die Daumen, dass das klappt.

Ebenfalls an diesem Tag kandidieren wird übrigens auch Irmgard Pehle, die jetzt immerhin über eine von mir gestaltete Homepage verfügt. Auch ihr: Toi toi toi.





Zwischen Erfurt und Herford

20 11 2008

Mit einigen Tagen Verspätung schaffe ich es jetzt auch endlich, meinen Bericht von der BDK in der wirklich schönen Stadt Erfurt zu schreiben.

Es war meine erste BDK als Delegierter und meine zweite überhaupt. Vielleicht war ich deshalb auch etwas irritiert, dass in dem Raum, in dem es etwas zu essen gab auch so eine Art Messe war, auf der ziemlich unterschiedliche Aussteller ihre Ware feilboten. 

Besonders irritierend fanden einige Teilnehmer, dass da ausgerechnet Bayer vertreten war obwohl doch gerade Grüne gegen deren CO-Pipeline Sturm laufen. Man könnte sich sicherlich auch fragen, was ausgerechnet der BDI da macht. Allerdings muss man schon davon ausgehen, dass die BesucherInnen der BDK so clever sind, dass sie das richtig einordnen können und nicht in ihrer Meinung beeinflusst werden. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch Aussteller gab, mit denen Grüne ganz gut leben können. Ich erwähne hier nur einmal Biocotton.

Interessanterweise kann ich mich nicht erinnern, dass es in Göttingen auch Aussteller gab. Möglicherweise war die Sonder-BDK ja auch zu politisch für so etwas.

Zumindest in der Aussenwahrnehmung war es die in Erfurt nun wirklich nicht. Die häufigste Frage, die ich nach der BDK von Verwandten gestellt bekommen habe war, ob ich denn auch einen Ball gefangen habe. Diese BDK war in den Augen der Öffentlichkeit zuerst einmal eine Personalshow. Am Samstag ging es um Cem, was ja auch vollkommen OK ist. So ein Wechsel in der Parteispitze erregt natürlich Aufmerksamkeit. Allerdings gab es durchaus Anträge, die etwas mehr Öffentlichkeit verdient hätten. Dennis, der das Wochenende offensichtlich unermüdlich vor dem Computer sass, hat schon ausführlich darüber geschrieben. Eigentlich habe ich dem nichts hinzuzufügen. Ausser dass auch bei uns im Saal die Art, wie diese Anträge praktisch niedergebombt wurden für sehr viel Unmut gesorgt hat.

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Maik das Computergenie

31 10 2008

Nach endlosen Monaten des experimentierens habe ich jetzt endlich herausgefunden, wie man mit einem IFrame eine externe Homepage in eine, mit IWeb erstellte, Website einbinden kann.

Wofür man das braucht?

Ganz einfach. Das Blog meines Ortsverbandes lief bisher immer separat neben der offiziellen Homepage, was nie wirklich ideal war. Mit Hilfe dieser RSS-Widgets habe ich dann notdürftig versucht, die beiden aneinander zu koppeln. Aber zufrieden war ich damit nie.

Jetzt habe ich es mittels eines einfachen HTML-Codes vollkommen problemlos in die Homepage einbinden können, was mich ziemlich froh macht. 

Aber möglicherweise beflügelt mich ja auch das neue Amt. Ich bin jetzt Sprecher des Ortsverbandes. :-)





Mein erster BDK-Antrag

20 10 2008

Ich gehe ja davon aus, dass ich nach meiner Wahl zum hauptamtlichen Bundesdelegierten am nächsten grünen Parteitag teilnehmen werde.

Endgültig entscheiden wird sich das heute Abend, weil da noch einmal fristgerecht die Delegierten für die Wahl der Wahllisten der Bundes- und Europawahl gewählt werden. Aber ich gehe mal davon aus, dass ich da bestätigt werde.

Das wäre auch besser so, weil ich jetzt einen eigenen Antrag gestellt habe und dem natürlich auch gerne als Delegierter zustimmen möchte. :-)

Mir geht es dabei um ein Thema, das vielen entweder nicht bewusst oder eher weniger wichtig ist. Trotzdem stellt es eine massive Form von Diskriminierung dar.

Ich rede vom Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blut- Plasma- und Knochenmarkspende.

Auf das Thema bin ich durch ein persönliches Erlebnis gekommen:

Vor einigen Monaten fand in Enger eine Typisierungsaktion für eine schwer kranke Frau statt, an der ich nicht teilnehmen konnte, weil die Bundesärztekammer der Ansicht ist, dass mein Blut eine grössere Gefahr für diese Frau darstellt als der Krebs in ihrem. Ich habe das nicht nur als demütigen sondern auch objektiv falsch empfunden.

Mit diesem Antrag versuche ich, das Thema ins Gespräch zu bringen und vor allem die Grünen zur ersten Partei zu machen, die es aufgreift.

Der Antragstext lautet:

 

 

Antrag: Gegen den generellen Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blut- Plasma- und Knochenmarkspende

Die Bundesdelegiertenkonferenz möge folgendes beschliessen:

Der generelle Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Spende von Blut und Knochenmark ist diskriminierend und wird von uns nicht akzeptiert.

Auch uns ist der Schutz der EmpfängerInnen dieser Spenden vor ansteckenden Krankheiten sehr wichtig, weshalb wir ausdrücklich nicht die grundsätzliche Benennung und den Ausschluss von Risikogruppen in Frage stellen.

Allerdings spielt bei dem Risiko, einen sexuell übertragbaren Virus in sich zu tragen ausschliesslich das konkrete Sexualverhalten eine Rolle.

Ein monogam lebender homosexueller Mann lebt in keiner grösseren Gefahr, sich mit HIV oder Hepatitis anzustecken als ein/e monogame/r Heterosexuelle/r.

Gerade vor dem Hintergrund des allgemeinen Gleichstellungsgesetzes darf die Unterstellung, dass Homosexuelle generell einen „Krankheiten fördernden Lebensstil“ haben und eine „Gefahr“ darstellen nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Wir fordern die Ärztekammer dazu auf, eine Regelung zu treffen, die dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der EmpfängerInnen genügt, ohne einen Teil unserer Bevölkerung unter einen nicht gerechtfertigten Generalverdacht zu stellen.

Zudem soll seitens unserer Bundestagsfraktion die Möglichkeit geprüft werden, das Diskriminierungsverbot auf diesen Sachverhalt auszuweiten.

Begründung:

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Fickt das Prekariat!

8 07 2008

Wenn man an einem Infostand bei einem schwul-lesbischen Strassenfest steht oder auf einem Wagen auf dem CSD mitfährt hat man ja die schöne Aufgabe, kleine Giveaways ans Volk zu verteilen, die natürlich auch als Werbeträger dienen.

Unsere Renner waren die Aufkleber, von denen der hier mein Favorit war:

Eine etwas umfangreichere Liste der Aufklebermotive gibts bei Julia.

Natürlich haben auch andere Parteien Aufkleber verteilt, was schon mal zu peinlichen Situationen Führen kann, wenn jemand mit einem riesigen FDP-Aufkleber auf der Brust ganz gerne noch etwas von den Grünen daneben hätte. Besonders ein Aufkleber der FDP war etwas seltsam. Auf dem stand tatsächlich „Fruchtbar Deutsch Paarungswillig“. Ich hab später, mit etwas Recherche, herausgefunden, dass es sich dabei eigentlich um einen satirischen Slogan handelt, der vor einigen Jahren von Harald Schmidt entwickelt wurde, als irgend so eine „liberale“ Nase gesagt hat, dass in Deutschland die falschen die Kinder bekommen und sich doch eher die Akademikerinnen als die sozial schwachen fortpflanzen mögen.

Diesen Slogan haben natürlich die total humorvollen jungen Liberalen in NRW aufgenommen und ausgerechnet auf dem CSD verteilt. Von wegen fruchtbar. Bei mir stellt sich nun die Frage, ob Satire noch Satire ist, wenn sie von den Parteien aufgenommen und vereinnahmt wird. Sicherlich könnte man sagen, dass bei der FDP ja eigentlich alles eine grosse Verarsche ist und man die ja eh nicht mehr ernst nehmen kann.

Allerdings sollte man es sich nicht so einfach machen. Tatsache ist, dass die „Liberalen“ mit einem Spruch beim CSD aufgeschlagen sind, der auch von der NPD kommen könnte. Die Ironie der ganzen Geschichte erschliesst sich einem ja nicht, wenn man den Hintergrund nicht kennt.

Sollte die FDP für das nächste Jahr noch einen witzigen Spruch suchen, der dazu noch ehrlich und vollkommen ironiefrei wäre, kann sie gerne den hier verwenden:

Der passt dann auch zu Schwulen.





Meine Fotos vom Kölner CSD jetzt online

7 07 2008

Gestern habe ich den CSD in Köln auf dem Wagen der Grünen miterlebt, wo ich auch einiger sehr nette Fotos gemacht habe, die man sich bei Flickr anschauen kann.

Wahrscheinlich dauert es keine acht Jahre, bis ich das nächste mal da erscheine. :-)





Der CSD in Köln

4 07 2008

An diesem Wochenende findet in Köln der diesjährige CSD statt, an dem ich wider erwarten teilnehme. Eigentlich hatte ich ja nicht vor, neben Bielefeld und vielleicht Hagen an weiteren CSDs teilzunehmen. Allerdings war ich letzten Samstag bei einem Treffen der unter 35-jährigen Grünen in NRW, bei dem mich ein Mitglied des Landesvorstands, dessen Namen ich jetzt nicht erwähnen möchte, gefragt hat, ob er mich auch am nächsten Wochenende in Köln sehen wird.

Worauf ich gesagt habe, dass ich keinen Bock auf das ganze CSD-Gedöns habe und Köln sowieso total scheisse finde.

Das lokalpatriotische Kölner LaVo-Mitglied fand das ganz offensichtlich nicht so nett von mir. Später am Abend, als ich wieder zuhause war, habe ich mir überlegt, ob es nicht an der Zeit wäre, alte Vorurteile zu überprüfen. Ich war seit acht Jahren nicht mehr in Köln und das hat auch seinen Grund. Köln habe ich immer als extrem oberflächlich empfunden und es irgendwie nie geschafft, mit den Leuten da warm zu werden. (Vor allem mit den warmen)  Eigentlich war ich vor acht Jahren ein ganz anderer Mensch. Vor allem, was mein Verhältnis zu anderen betrifft. 

Vielleicht nehme ich Köln und seine Bewohner ja heute auch ganz anders wahr. Deshalb werde ich mir in den nächsten 2 Tagen die volle Drönung Köln geben und dabei noch ein wenig Arbeit für die Partei machen. Was von der Betreuung des grünen Infostandes bis zu einer Fahrt auf dem Paradewagen, auf dem übrigens auch Julia mitfährt und der u.a. von 2 sehr netten Gelsenkirchener Polizisten bewacht wird, reicht.

Das besagte LaVo-Mitglied hat sich übrigens schon ausgiebigst lustig über mich gemacht. Und das wohl auch mit Recht, da der Weg von „Köln ist scheisse“ zu „ich will auf den Wagen“ tatsächlich ziemlich kurz war. Asche auf mein Haupt.

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Grüne Jugend für einen politischen CSD

27 06 2008

Die grüne Jugend hat eine sehr erfrischende Erklärung veröffentlicht, in der sie sich vor allem kritisch mit der Entwicklung der CSDs und der Schwulenbewegung im ganzen auseinandersetzt. CSDs sind in den letzten 15 Jahren ja zu so etwas wie kleine Love Parades verkommen, bei denen das Politische höchstens noch am Rand auftaucht.

Sie unterstützen darin vor allem den Transgenialen CSD, der morgen -leider ohne mich- in Kreuzberg startet, sich nicht zuletzt im diesjährigen Motto gegen die Kommerzialisierung des schwul-lesbischen Protestes einsetzt und sich schon in den letzten Jahren als geeignete Plattform schwuler Selbstkritik bewährt hat.

Kritik an der Entwicklung der schwul-lesbischen Szene kommt auch von der grünen Jugend, die eine deutliche Zunahme konservativer oder noch schlimmerer Tendenzen unter den Schwulen und Lesben wahrnimmt. Das ist etwas, was mein derzeitiger Lieblingsgegner Gay West natürlich nicht umkommentiert lassen kann. Nur scheint der gute Mann nicht zu wissen, wo er seine Kritik ansetzen könnte. So betreibt er mit der absurden Frage, ob die Grünen wieder(!) Sex mit Kindern unterstützen eine traurige Selbstdemontage. Auf diese Frage kommt er, weil die grüne Jugend Solidarität mit allen Minderheiten gefordert hat, ohne Pädophile und Neonazis konkret dabei auszunehmen.

Da Herr West ganz offensichtlich von der abwegigen Annahme geleitet wird, dass von ihm erwartet wird links zu sein, möchte ich mich ihm an dieser Stelle mal persönlich zuwenden.

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