Szenen eines Wahlkampfes

23 02 2008

Gerade in Wahlkampfzeiten versuche ich ja, auch anderen Parteien möglichst unvoreingenommen gegenüberzutreten.
Allerdings macht es mir die FDP in Hamburg da ziemlich schwer, da die, besonders bei ihrer Abschlussveranstaltung, eher so etwas wie Realsitire abgeliefert haben.

Besonders Guido Westerwelle hat sich in Sachen Peinlichkeit selbst um Längen übertroffen.
Der wirkt übrigens von Wahl zu Wahl verzickter.
Wenn das so weiter geht, ist bald nichts mehr von dem lebensfrohen jungen Ding von einst übrig.
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Vielleicht sollte ihm mal jemand erklären, dass eine so nachhaltige Verbitterung auf Dauer nur krank und hässlich macht.
Vor allem wenn man bedenkt, dass diese Verbitterung offensichtlich durch die Wahnvorstellung hervorgerufen wird, dass er das letzte Bollwerk der Freiheit gegen eine Welt von Feinden ist, die Deutschland zu einer stalinistischen Diktatur machen wollen.

Dieser Eindruck drängte sich zumindest beim liberalen Wahlkampfabschluss in Hamburg auf, bei dem Westerwelle nichts zu peinlich war, wenn es darum ging, die politische Gesamtlinke, als eine in sich kriminelle Gruppierung darzustellen.

Natürlich war sein Lieblingsziel die Partei DIE LINKE, die seiner Meinung nach offensichtlich beabsichtigt, die Hamburger BürgerInnen zu unterjochen.
Wenn man dem einfachen Weltbild der Westewelle folgt, muss man damit in Hamburg wohl auch rechnen.
In seiner Welt verstaatlichen Linke erstmal die Wirtschaft und und schafft dann das Recht auf freie Meinungsäußerung ab.
Interessant waren auch die aktuellen Vergleiche, die Westerwelle vorgebracht hat, um ein Eindruck davon zu vermitteln, wie Zukunft Hamburgs aussehen könnte, wenn es zu einem Linksbündnis kommt.
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In diesem Fall mussten die Hanseaten, seiner Meinung nach mit kubanischen Verhältnissen rechnen.
Was kubanische Verhältnisse sind, hat er den geneigten Zuhörern auch gleich erklärt.

Man müsse sich da nur diese, an sich sehr schönen aber doch sehr alten Autos auf Kuba ansehen.
Die wären zwar ganz schick auf Postkarten, zeugen aber von der Armut der Kubaner, die sich halt keine neuen Autos leisten könnten.
Leider hat Herr Westerwelle in seinem Missionierungwahn vergessen zu erwähnen, dass es immer noch ein amerikansches Embargo gegen Kuba gibt, was den Import neuer Autos nicht unbedingt erleichtert.

Mal ganz abgesehen davon, dass auch nicht wirklich klar war, was das mit Hamburg zu tun hat.
Oder planen die USA etwa ein Embargo gegen Hamburg, wenn eine linke Mehrheit wirklich regiert?
DIE LINKE hat sich in Hamburg sicher einen Bärendienst erwiesen, als sie Angehörige anderer Parteien auf der eigenen Liste zugelassen hat.
Das macht eine Zusammenarbeit sicher nicht leicht.

Nicht mal innerhalb der eigenen Fraktion.
Deshalb glaube ich auch nicht an Rot-Grün-Rot in Hamburg.
Wenn es da zu hessischen Verhältnissen kommen wird, gibts ne grosse Koalition.

Persönlich empfinde ich aber diese Diffarmierung dieser Partei und ihrer Mitglieder als undemokratisch und unverschämt.
Vor allem wenn das aus Parteien kommt, die noch vor ein paar Jahren problemlos mit dem Schill koaliert haben.
Zudem wird mit der Gleichsetzung des Stalinismus mit dem linken Teil des demokratischen Spektrums ja nicht nur die Partei DIE LINKE diskreditiert.
Man sollte sich nur mal vorstellen, wie es wäre, wenn man sich auf das Niveau von Herrn Westerwelle herablassen und mit ähnlichem Dreck zurückwerfen würde.

Man kann nur hoffen, dass genug HamburgerInnen die Peinlichkeit dieses Wahlkampfs erfassen und der FDP die Tür zur Bürgerschaft vor der Nase zugeschlagen wird.
Auch wenn Herr Westerwelle dann noch verbitterter wird.

Dass man Wahlkampf auch mit einer ganz anderen Grundstimmung machen kann, beweist uns Claudia Roth:


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